Problemstellung:
Wir fragten uns, ob 17 Jahre nach dem
Reaktorunglück von Tschernobyl immer noch die Auswirkungen dieser Katastrophe für
Mensch und Umwelt nachweisbar sind. Unsere Nachforschungen ergaben, dass Pilze
das damals frei gewordene radioaktive Caesium-137 besonders gut aufnehmen. Ihre
Belastung ist zudem für uns als Konsumenten von besonderer Bedeutung.
Ziel der Arbeit:
Wir wollten untersuchen, in wieweit die Strahlung des
Caesiums vor allem in Pilzen heute noch nachweisbar ist. Uns interessierten die
regionalen, zeitlichen und artspezifischen Unterschiede in der Belastung der
Pilze. Darum wollten wir möglichst viele Pilze aus verschiedenen Gegenden in
Baden-Württemberg und Bayern untersuchen und miteinander vergleichen.
Hypothesen:
Wir
nahmen an, dass man auch heute noch aufgrund der Halbwertszeit von 137Cäsiums
(30 Jahre) die Auswirkungen des radioaktiven Fallouts messen kann. Allerdings
erwarteten wir starke Unterschiede in der Kontamination der verschiedenen Pilze.
Methode:
Über
Internetkontakte verschafften wir uns Pilz-, Boden- und Lebensmittelproben aus
Baden-Württemberg, Bayern, teilweise auch aus Thüringen und Gomel, Weißrussland.
Wir
untersuchten die Proben mit einem Szintillationszähler.Um aus der gemessenen Zählrate,
in Abhängigkeit von der Füllhöhe auf die tatsächliche Aktivität schließen
zu können, entwickelten wir ein
mathematisches Modell. Dieses programmierten wir mit Hilfe einer
Monte-Carlo-Simulation.
Ergebnisse:
Die
Belastung ist noch nachweisbar, die regionalen und artspezifischen Unterschiede
sind sehr groß. Eine Abnahme der Kontamination mit der Zeit ist ebenfalls zu
beobachten. Für die festgestellten Unterschiede konnten wir weitgehend Erklärungen
finden.
Durch unsere Simulation konnten wir den
Zähler so kalibrieren, dass auch bei mittleren und kleinen Füllmengen genaue
Aussagen über die Aktivität von Proben möglich sind.
Schlussfolgerungen:
In
vielen Gebieten Südwestdeutschlands ist es unserer Meinung nach ungefährlich,
gesammelte Pilze zu essen, da diese praktisch keine Kontamination mehr
aufweisen. In anderen Gebieten, vor allem in Südbayern und im Bayerischen Wald,
ist dagegen eine höhere Belastung feststellbar. Dennoch ist auch diese
verglichen mit der natürlichen Strahlenbelastung wohl kein sehr hohes Risiko.
Ausblick:
Wir
planen, am nächsten Hilfskonvoi nach Gomel teilzunehmen und dabei auch noch
mehr Bodenproben zu entnehmen. So wäre z.B. eine genaue Untersuchung des
Bodenhorizontes möglich, um Aussagen über die Versickerung zu treffen.